Freie Schule

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Pläne zur neuen Nutzung der ENDO-Klinik aus der Böhme-Zeitung:

„ph Ehrhorn. OP — Intensiv“ prangt über dem Eingangsportal des Gebäudes, das einmal eine Schule werden soll. Das Schild, das einst auf einen Operationssaal in der Endo-Klinik Wintermoor hinwies, könnten die Schulgründer gleich hängen lassen. In Zukunft würde OP dann eben für „Originelle Pädagogik“ stehen. Denn die freie Schule, die des Schneverdinger vorschwebt, ist eine, die auf alternative Lernmethoden setzt, frei von Leistungsdruck.

Ansonsten gibt es aber wie zu tun in dem Gebäude, das die Initiative nach der Begehung mit einem Architekten für die Schule ausgesucht hat. Gegenwärtig wird nach Wegen gesucht, das Vorhaben zu finanzieren und umzusetzen.

Die 20 Gebäude auf dem weitgehend verwucherten Gelände harren einer neuen Nutzung - Foto ph
Die 20 Gebäude auf dem weitgehend verwucherten Gelände harren einer neuen Nutzung – Foto ph

Die Initiative Zur Gründung einer freien Schule hat nach Angaben von Ann-Kathrin Prelle und ihres Vaters Friedrich-Wilhelm Prelle viele Menschen aus der Region, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands und dem Ausland begeistert. Einige erwägen, dafür nach Schneverdingen zu ziehen. Auf der Suche nach möglichem Wohnraum für sie stießen die Prelles und ihre Mitstreiter auf das Gelände in Ehrhorn. Es liegt verlassen da, seit der letzte Nutzer, das Pflegezentrum Wintermoor vor zehn Jahren dichtmachte.

Aus der Notwendigkeit, ein paar Familien unterzubringen, ist die Vision des Zusammenlebens von bis zu 80 Familien geworden. Daraus könnte einmal ein Dorf mit funktionierender Binnenwirtschaft werden, meinen die Initiatoren.

 

Anteile für 10000 Euro

Als ersten Schritt wollen sie eine Genossenschaft gründen. Wer eine Wohnung nach seiner Vorstellung hergerichtet haben möchte, kann Genossenschaftsanteile erwerben. Angedacht sind zurzeit Mindestanteile von 10000 Euro pro Person. Das Geld soll als Eigenkapital dienen, das restliche Kapital über Bankkredite beschafft Werden.

Angedacht ist eine Art Reihenhaussiedlung mit verschiedenen Wohnformen, von der Einzimmerwohnung bis zur Wohngemeinschaft. Welches Gebäude zuerst saniert wird, richtet sich nach der Anzahl der Interessenten und den baulichen Möglichkeiten. So viel wie möglich soll in Eigeninitiative geschehen.

Für die Schule ist ein Trägerverein geplant, der dann das Gebäude von der Genossenschaft mietet. Die Schule soll im August nächsten Jahres starten. Für den Fall, dass es noch nicht in dem vorgesehenen Gebäude klappt werden Übergangslösungen gesucht. Auch ein Schulleiter wird noch benötigt. Wenn alles geklärt ist, soll beim Kultusministerium ein Antrag auf Schulgründung gestellt werden.

Um ausreichend Schüler müssen die Initiatoren nicht bangen. Laut Ann-Kathrin Prelle liegen Anmeldungswünsche für 53 Kinder vor, davon 32 zum Schuljahr 2017/18. An dem Dorfprojekt wollen 40 Menschen mitwirken. Friedrich-Wilhelm Prelle zufolge sind darunter sowohl junge, die sofort anpacken wollen, als auch ältere, die nicht allein leben möchten.“


Beitrag aus der Böhme-Zeitung vom 27.06.2016, abrufbar unter dem Softlink 807872. Hier finden Sie den Artikel als PDF: 20160627_Screenshot Böhmezeitung – Erst Schule, dann ein ganzes Dorf – Endo-Klinik – 807872 Autor: Hoffmann Philipp

Mehr auf www.freie-schule.dorferleben.com


Nachtrag

Die Böhme-Zeitung vom 9.2.2017 (Link)berichtete, dass der Aufsichtsrat der Stadt GmbH das Gelände für diese Nutzung für nicht geeignet hält. Die Initiatoren sind derweil schon auf der Suche nach einem anderen Gelände für die Freie Schule. Die Trägerinitiative hat sich darüber offenbar entzweit.

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