Geologie und Vegetation

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Geologie

Dr. Christian Ohlendorf beschreibt das geologische Bild unserer Region (die Quelle habe ich leider verlegt).

So liegen etwa 5500 Meter unter der Erdoberfläche Ablagerungen aus dem „Rotliegenden“ aus der Zeit vor 280 Millionen Jahren: damals gab es noch den Urkontinent Pangea. Als Pangea zerbrach und unser heutiges Zuhause nach Norden driftete, wurde der norddeutsche Raum immer wieder vom Meer überflutet. So entstand bei uns der Zechstein (Salzablagerungen) vor etwa 250 Millionen Jahren. Das Salz begann aufgrund seiner geringeren Dichte aufzusteigen und bildete so Salzstöcke (Otter-Todtshorn, Sprötze und Lüneburg).

Vor etwa zwei Millionen Jahren fing das Eiszeitalter an. Die geologische Periode des Quartärs wird aufgeteilt in Pleistozän (Eiszeit) und Holozän (Warmzeit). Die Gletscher schoben sich während der drei Eiszeiten bis in unsere Gegend und überdeckten unsere Dörfer mit einer mehreren hundert Metern hohen Eisschicht. Zumindest die Elster- und die Saaleeiszeit, während die Weichseleiszeit unseren Raum schon nicht mehr erreichte.

Als die Gletscher der Elster-Eiszeit schmolzen, grub das Schmelzwasser tiefe Rinnen in die Landschaft. So entstand die „Wintermoorer Rinne“ mit 1-2 Kilometer Breite und einer maximalen Tiefe von 292 Meter unter NN (in der Nähe von Cordshagen). Unter dem Eis bildete sich eine Grundmoräne, die aus kalkhaltigen Geschiebemergel besteht. Dieser Mergel wurde zum Düngen abgebaut.

Die Vegetation wechselte zwischen den Eiszeiten. Als das Drenthe-Eis der Elster-Eiszeit in der Eem-Warmzeit schmolz, entwickelten sich vor etwa 130000 bis 115000 Jahren ein Eichenmischwald in unserer Gegend.

Die Saale-Eiszeit folgte auf die Eem-Warmzeit vor etwa 115000 Jahren. Die Gletscher reichten dieses Mal aber nur bis nördlich der Elbe. Unsere Region war Tundra: vegetationsarmes Gebiet mit mehreren Meter tief gefrorenen Dauerfrostboden. Damals entstand der kalkfreie Geschiebedecksand, der für die Geest typisch ist. Humus und feinere Bodenmaterialen wurden vom Wind weggeblasen.

Gegen Ende der Weichseleiszeit, 20000 bis 18000 Jahre vor heute, war es am Kältesten. Es gibt aber Hinweise, dass damals die ersten Menschen unser Gebiet betraten.

Vor 15000 Jahren begann es wärmer zu werden und das Eis schmolz zurück. Die anschließende Warmzeit des Holozäns dauert bis heute an. Das abfließende Schmelzwasser transportierte enorme Mengen Sand in die Niederungen (teilweise 40 Meter mächtig) und sind typisch für die Böden unserer Heimat. Eichenmischwald war bis vor 3500 Jahren die vorherrschende Vegetation vor Ort.


Zur Erdgeschichte Ehrhorns mit vielen Details findet man hier etwas.


Vegetation

Dr. Klaus Hamann legt die Bedeutung des Menschen bei der Entwicklung der Vegetation im Folgebeitrag dar. (Die Quelle ist leider verloren gegangen.)

Nach dem Abschmelzen der Gletscher bildeten sich auf den mageren Quarzböden offene Stieleichen-Birkenwälder. In feuchteren Gebieten auch Eichen-Birkenwälder und Birkenbrüche. Buchen und Traubeneichen entstanden auf den fruchtbareren Standorten. Kiefern gab es anfangs wahrscheinlich nur vereinzelt auf Flugsandfeldern. Zwischen 15000 und 12000 v.Chr. domierten Birken, ab dem Prä-Boreal 6695 v.Chr. stieg der Kiefernanteil.

Die Menschen der Jungsteinzeit (4500 bis 4000 v.Chr.) beeinflußten die Eichen-Mischwälder bereits mit den ersten Formen von Waldackerbau und Viehzucht. Ab ca. 3000 v.Chr. gab es Brandrodungen im großen Stil zur Gewinnung von Ackerland. In den folgenden Jahrhunderten breitete sich zunehmend die Heide aus. Sie war bereits 1500 v.Chr. ein wesentlicher Bestandteil der Vegetation.

Die Landwirtschaft kannte anfangs nur die „Einfelderwirtschaft“: War der Boden nicht mehr nutzbar, so wich man durch Brandrodung auf neue Flächen aus. Die aufgegebenen Äcker wurden noch eine Zeitlang als Weide benutzt, es bildeten sich dort dann Birken- und Espenwälder als sog. Sekundärwald.

Nach der Eisenzeit kam es zur Streunutzung: Material aus dem Wald wurde als Stalleinstreu und anschließend als Ackerdünger benutzt. Die Waldböden degenerierten in Folge, weil die Mineralstoffe (Humusschicht) fehlte. Es kam zu Nährstoffauswaschungen, was die Besenheide sehr begünstigte. Eine natürliche Wiederbewaldung konnte so nur an wenigen Stellen stattfinden.

Die Wollpreise stiegen seit dem 14. Jahrhundert stark an, weshalb die Schafhaltung in Norddeutschland zunahm. Die anspruchslosen Heidschnucken waren optimal auf die Heideböden angepasst. Sie ernährten sich aber auch von jungen Baumtrieben, weshalb Bäume nicht nachwuchsen.

Man kann davon ausgehen, dass in den ersten Jahrhunderten n.Chr. noch ausgedehnte, natürliche Wälder existierten.

Der Holzbedarf stieg bis zum Mittelalter an: man verwendete es nicht nur für den Hausbau (Eichen), sondern auch als Brennstoff für Töpferei und Eisengewinnung.

Der Wald wurde im Mittelalter hauptsächlich nicht für Holz genutzt, sondern durch die Nebennutzung als Waldweide, Plaggen und Schweinemast. Die Waldzerstörung durch Ziegen wurde früh erkannt, so dass bereits 1557 der Eintrieb von Ziegen in die Wälder verboten wurde.

Die natürliche Vegetation zwischen Buchholz und Schneverdingen war also ein durch Moore unterbrochener, trockener Eichen-Birken-Wald.

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