Wümme

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Die Wümme (plattdeutsch Wümm, früher Wimme, Wemma oder Wimne) ist der 118 km lange Hauptquellfluss der Lesum. Der Name bedeutet so viel wie „die Sprudelnde“ und ist schon 1288 belegt. Sie fließt durch das nördliche Niedersachsen und Bremen und auch durch Wintermoor. Das Wasser hat fast durchgehend die Güteklasse II: mäßig belastet. Damit gehört die Wümme trotz Belastung durch die Landwirtschaft zu den saubersten Flüssen Norddeutschlands. Die Wümmeniederung ist nach ihr benannt.

Quelle und Flußlauf

Die Quelle der Wümme liegt im höchsten Teil der Lüneburger Heide im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide südlich von Niederhaverbeck. Nur wenige Kilometer von der Quelle entfernt entspringt auch die Este, bei Ehrhorn. Die Este mündet heute in die Elbe. Bevor der Flusslauf bis auf Höhe des Wehlener Weges vom Reichsarbeitsdienst begradigt wurde, mündete die Este jedoch in die Wümme und nur die „kleine Este“ floss weiter nordwärts.

Vom Wilseder Berg kommt als größter Quellbach der Wümme die Haverbeeke, die sich 1,5 km westlich von Niederhaverbeck mit der Wümme vereinigt.

Luftbild Wümmequellmoor bei Niederhaverbeck im Mai 2017
Luftbild Wümmequellmoor bei Niederhaverbeck im Mai 2017

Da die Haverbeeke am Zusammenfluss sowohl länger als auch wasserreicher als die Wümme ist, mündet eigentlich nicht die Haverbeeke in die Wümme, sondern umgekehrt die Wümme in die Haverbeeke bzw. ist die Haverbeeke der eigentliche Quellbach der Wümme. Die Haverbeeke wurde 1990 vom VNP im Bereich von Niederhaverbeck renaturiert, war sie doch vorher begradigt und floss in der Talmitte in Richtung Wümmeberg.

Das Gebäude des Einnehmers Heinrich Menke, der Alte Zollkrug, steht an der einstigen Verden-Lüneburger und gleichzeitigen Grenze zwischen dem Verdener Amt Rotenburg und dem Lüneburger Amt Winsen. Die Grenze hatte seit den Grenzverträgen 1575 ff. bis zur Umleitung der Wümme Anfang des 19. Jahrhunderts in den sog. Wümmekanal ihren Verlauf entlang dieses Flüßchens.

Die Wümme fließt von dort zunächst durch naturnahe Niederungen. Sie strömt dann durch Scheeßel und Rotenburg, zu deren Entwicklung einst auch die Mühlen an der Wümme beitrugen. Wichtigste Nebenflüsse in diesem Bereich sind die Fintau, die am Mündungspunkt die Wümme an Wasserführung etwas übertrifft.

OSM Relation Analyzer - Wümme
OSM Relation Analyzer – Wümme

Die Wümme folgt aus Haverbeck kommend der B3 (nördlich von Barrl) und umrundet den Zollkrug westlich. Hier ist die Wümme infolge einer Bachschwinde meistens trocken. Über die Winterwiesen geht es dann weiter bis zur Unterführung an der Langen Straße, wo sich die Fließrichtung von Nordwest nach West ändert. Hier liegt die Twisselwiese. Die Wümme fließt hier mit dem Graben A zusammen und verläßt das Wintermoorer Gebiet in Richtung Ottermoor bei Westermanns Hof. Hier bildet sie bis Wesseloh die Kreisgrenze zum LK Harburg.

Wümme an der L171 Brücke im Mai 2017
Wümme an der L171 Brücke im Mai 2017

 

Twisselwiese mit Wümme im Mai 2017 (Blick von Westen nach Osten)
Twisselwiese mit Wümme im Mai 2017 (Blick von Westen nach Osten)

 

Zusammenfluss von Wümme und Graben A (1999)
Zusammenfluss von Wümme und Graben A in den Wiesen von Wintermoor (1999)

 

Wümme mit Geländeprofil 2012 ungefähr bei 53.184958, 9.803069, Zwischen Graben A und Ottermoor
Wümme mit Geländeprofil 2012 ungefähr bei 53.184958, 9.803069, Zwischen Graben A und Ottermoor

 

Wümme an der Brücke beim Ottermoorer Weg (Blick nach Norden, 2017)
Wümme an der Brücke beim Ottermoorer Weg (Blick nach Norden, 2017)

 

Wümme am Twisselbruch Wintermoor im Dez 2020
Wümme am Twisselbruch Wintermoor im Dez 2020

Alte Wümme – neue Wümme

Die Wümme verlief nicht immer so wie jetzt. Der Reichsarbeitsdienst begann in den Zwanziger Jahren mit der Verlegung des Flußbettes. Dabei wurde die Wümme gleichzeitig „tiefergelegt“, damit die umliegenden Ländereien besser entwässert werden konnten. Insbesondere um den Ottermoorer Weg wurde die Wümme deutlich nach Norden verlegt, wobei die Kreisgrenze davon in irgendeiner Form womöglich auch betroffen war.

Blick über die alte Wümme hin zur neuen Wümme am Ottermoorer Weg im Mai 2017, die Wiese wurde frisch umgebrochen.
Blick über die alte Wümme hin zur neuen Wümme am Ottermoorer Weg im Mai 2017, die Wiese wurde frisch umgebrochen.

 

Hier verlief früher die Wümme Links auf der Fläche drückt nach Regenfällen Wasser im alten Bachbett hoch rechts im Busch ist ein trockener Graben. Mai 2017
Hier verlief früher die Wümme. Links auf der Fläche drückt nach Regenfällen Wasser im alten Bachbett hoch, rechts im Busch ist ein trockener Graben. Mai 2017

 

Alte Wümme am Ottermoorer Weg im Mai 2017
Alte Wümme am Ottermoorer Weg im Mai 2017

Unser Bach war früher schon die Grenze zwischen den Landkreisen. Die alte Wümme wurde auf Initiative von der Westermanns ein wenig weiter nach Norden verlegt, so dass er seine Grundstücke besser erreichen konnte. Das Katasteramt hatte in Folge dessen mit der Grenzverlegung und der Anpassung von Grundstücksgrenzen viel zu tun.

Klaus Westermann besitzt eine alte Katasterkarte aus den 1960er Jahren, die den Landkreis Harburg zeigt, aber auch Grundstücksgrenzen in Wintermoor zeigt. Dort kann man im Bereich der alten Wümme ein sehr merkwürdiges, halbkreisförmiges Flurstück entdecken: man denkt sofort an den alten Hauenstein, der verschwunden ist. Die Auskunft des Katasteramts in Tostedt jedoch besagt, dass es nur eine simple Bereinigung war.

In diesem Gebiet, beim Hauenstein, verlief früher auch der Postweg.

Naturschutz

Die Wümme ist in ihrem gesamten Verlauf unter Natur- oder Landschaftsschutz gestellt. Sie gehört zum europäischen Schutzgebiet Natura 2000. Die Wümme gilt als einer der für den Fisch-Artenschutz wertvollsten Flüsse Niedersachsens. Bemerkenswert ist das Vorkommen bedrohter Wanderfischarten wie Meerneunauge, Flussneunauge, Meerforelle und Lachs.

Quelle: Geschrieben mit Informationen aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCmme

siehe auch: Wümmeniederung


Buch „Die Wümme“

Dieses Buch aus dem Jahr 2012 erzählt Geschichten zum gesamten Lauf der Wümme. Darunter ist auch eine Erzählung aus Wintermoor. Hier klicken!


Unterhaltung

Die Entwässerungsgenossenschaft kümmerte sich um die Urbarmachung des Wintermoorer Feuchtgebiets und bezog da natürlich auch den Bach mit ein. Die Entwässerungsgräben und die Wümme selbst werden heute im Bereich Wintermoor vom „Unterhaltungsverband Obere Wümme“ unterhalten (also gepflegt). Dabei steht das einwandfreie Entwässern im Vordergrund, nicht der Naturschutz oder der Tourismus. Mehr dazu unter www.wuemme-kreisverband.de

Die Este ist der zweite Bach, der bei uns in der Gemeinde entspringt.

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