Abenteuer, Rehbraten und Erdbeerdessert

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Gleich hinter dem ehemaligen Wasserwerk liegen die Äcker von Kamperheide. Noch etwas weiter nördlich liegen die Kiefernwälder, in denen auch ich früher als Kind mit Freunden gespielt habe. Freiheit und Natur: das war eine schöne, unbeschwerte Zeit.

Im Gespräch mit Hans Slonka im März 2017 erfuhr ich, dass auch andere Jungs dort gerne gespielt hatten: seine Freunde und er.

Einmal fanden sie in einem der betonierten, aber trockenen Feuerlöschteiche vom ehemaligen Munitionslager ein Reh auf, dass nicht mehr alleine heraus kam. Es gab kurz darauf einen schmackhaften Braten, den die Jungs über einem Lagerfeuer im feuersicheren Löschteich entfachten. Fleisch war in der Nachkriegszeit auch auf dem Land eine nicht alltägliche Speise.

Der Heimweg mit gefülltem Bauch führte bei Möllers Erdbeerplantage vorbei. Und wer kennt es nicht: nach einem leckeren Mahl noch schnell ein Dessert! Die Jungs ernteten die köstlichen Früchte und steckten zum Schluß noch welche in die Taschen ihrer Lederhosen.

Doch plötzlich tauchte Herr Möller auf, der den Verlust seiner Erdbeeren nicht gerne sah. Es gab eine Standpauke, jedoch keine Prügel. Herr Möller sorgte viel ruhiger dafür, dass die Jungs nicht so schnell bei den Erdbeeren räuberte: er drückte nur einmal kurz auf die in den Hosentaschen gesammelten Erdbeeren, so dass sie zermatschten. Die Jungs mussten nun Zuhause erklären, woher diese roten Flecken stammten. So kamen die Jungs dann dort zu ihrer Tracht Prügel, wie es früher noch üblich war.

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