Gründung Wintermoor an der Chaussee

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Die Amtsvogtei Amelinghausen hat im Jahr 1794 Wintermoor als landwirtschaftlichen Siedlungsplatz ausgewiesen. Im Jahre 1794 siedelte sich der erste Anwohner, der Chausseeaufseher Havemann, in der „Colonie Wintermoor“ an.

Zu damaliger Zeit suchte die Regierung überall nach geeignetem Land, um Neuansiedlungen vorzunehmen. Die genaue Herkunft des Namens „Colonie Wintermoor“ konnte bis heute nicht genau geklärt werden. Allerdings gibt es eine alte Erzählung, die folgendes besagt:

Wenn man vom Hansahlener Berg aus in Richtung Wintermoor schaute, sah man eine große weiße Fläche. Im Sommer wurde dieses hervorgerufen durch das weißblühende Wollgras. Im Winter bedeckte Schnee oder Rauhreif die Moorflächen. Zu jeder Jahreszeit sah die Gegend aus wie eine weiße Winterlandschaft. Außerdem soll es selbst im Sommer herbe Nachtfröste gegeben haben. Dieses kann der Grund dafür sein, wie der Name Wintermoor entstanden ist.

Durch die „Colonie Wintermoor“ führte ein Weg, der in den Jahren 1812/13 zur “Napoleonchausee“ ausgebaut wurde. Alle Reisenden, die diese Trasse benutzten, kamen am Haus des Wegegeldeinnehmers Menke vorbei. Hier mußte jeder erst einen Wegezoll entrichten, bevor er weiterziehen durfte. Auch die erste Post, eine holländische Postkutsche, befuhr diesen Weg von Hamburg, Harburg, Welle über Wintermoor, Lünzen, Tewel, Brochdorf, Hertel, Visselhövede nach Nienburg an der Weser.

Nach und nach siedelten sich verschiedene Neubauern in der „Colonie Wintermoor“ an. Die Bedingungen für eine Ansiedlung waren unter der Herrschaft Napoleons nicht immer ganz einfach. Ständig waren sie starken Truppenbewegungen und Flüchtlingströmen ausgesetzt.

Auch die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Äcker gestaltete sich äußerst schwierig. Ursprünglich waren viele Flächen mit Heide bewachsen. Diese mußten vollständig abgeplaggt werden, bevor durch intensive Bearbeitung und Düngung die Äcker fruchtbar gemacht werden konnten. Außerdem wurden in mühevoller Arbeit Entwässerungsgräben durch die Moore gezogen, um diese trocken zu legen.

Wintermoor im Ausschnitt der Karte Kurhannoversche Landesaufnahme von 1770, Blatt Lauenbrück HL029, Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, LGLN (www.lgln.de)
Wintermoor im Ausschnitt der Karte Kurhannoversche Landesaufnahme von 1770, Blatt Lauenbrück HL029, Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, LGLN (www.lgln.de)
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