Postweg

Die Karte der Kurhannoversche Landesaufnahme von 1770 zeigt zwar nicht den Ort Wintermoor, denn dort gab es ja damals nichts. Jedoch kann man den rot beschrifteten Post-Weg gut erkennen, der diagonal von Nordosten das Gebiet Wintermoors kreuzt. Selbst auf dem Topographischer Atlas des Königreichses Hannover von 1836 ist der Postweg zu erkennen, er geht bei Welle von der Großen Chaussee ab.

Postweg auf der Kurhannoversche Landesaufnahme von 1770 -Lauenbrück_HL029, Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, LGLN (www.lgln.de)
Postweg auf der Kurhannoversche Landesaufnahme von 1770 -Lauenbrück_HL029, Quelle: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, LGLN (www.lgln.de)

Nördlich kommt er von der Wümmebrücke (etwa dort, wo auch heute der Ottermoorer Weg am Hauenstein die Wümme überbrückt). Südlich ging er beim heutigen Verlauf des Auewegs über die Fintau weiter nach Insel. Der Postweg war nicht sonderlich befestigt. Ich vermag nicht zu beurteilen, in wie weit der Verlauf der Straßen Vor den Höfen und Am Sportplatz in etwa dem Postweg folgt. Unwahrscheinlich ist es nicht.

Von der Wümmeüberquerung zweigt vom Postweg ein weiterer Weg nach Wesseloh ab, der durch den Eichenstrücken führt.

Die erste Postkutsche befuhr diese Strecke von Hamburg, Harburg, Welle über Wintermoor, Lünzen, Tewel, Brochdorf, Hertel, Visselhövede nach Nienburg an der Weser seit etwa 1670.  Die Reise per Postkutsche war sehr unbequem und die Gegend uneinladen, wie diese Zitate aus „Kampen, Welle, Todtshorn – Heimatbuch des südlichen Todts“ von Helmut R. Tödter (2005) auf den Seiten 135 vermerken:

  • „Fast alles Land zwischen Hamburg und Hanover ist toter Sand.“ (1784) 
  • „Hinter Celle reist man durch Heiden, die man nicht überblicken kann. […] Ganze Familien mit bleichen Gesichtern, mit zerfetzten Kleidern leben, essen, schlafen im Stalle ihres Viehes.“ (1803) 
  • „Diese berüchtigte Heide ist ein unwirtlicher, heilloser Landstrich. Jedem fällt beim Anblick dieser uralten, verkrüppelten Häuser und Hütten, der krummen Straßen das Herz vor die Füße.“ (1806) 

Durch den Bau der Großen Chaussee 1813 (heute die B3) verlor der alte Postweg seine Bedeutung.

Gedenkstein Wümmebrücke

Die Interessengemeinschaft „Historische Hinweistafeln im südlichen Todt“ hat an der Straße von Todtshorn nach Wesseloh eine Steinsäule aufgestellt und nimmt Bezug auf den alten Postweg: „Diese Wümmequerung nutze man bereits seit 1670 für den „alten Postweg“ auf der Route Harburg-Nienburg-Amsterdam zwischen den Stationen Welle und Visselhövede. Damals war sie noch eine tief ausgefahrene Furt, die im Siebenjährigen Krieg ab 1756 den französischen Truppen auf ihrem Vormarsch diente. 1814 erfolgte der Bau einer ersten Holzbrücke mit befestigten Auffahrdämmen. […]“.  Quelle: www.schneverdingen.de/desktopdefault.aspx/tabid-7272/13706_read-53574/

Der Blick auf diese Karte von 1770 macht jedoch deutlich, dass der Postweg erst ab etwa 1772 hier verlief und nicht mehr über Wesseloh ging. Das lag daran, dass der Weg aufgrund der schwierigen Querung der Wümme diese 1500 m weiter östlich verlegt wurde und so durch Wintermoor führte. So ist es zumindest im „Kampen, Welle, Todtshorn – Heimatbuch des südlichen Todts“ von Helmut R. Tödter (2005) auf den Seiten 126f vermerkt.

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