Buhr’s Hotel

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Otto Buhr, gebürtig aus Tieshope und gelernter Musiker, hatte die seine Empfindung für ein gutgehendes Unternehmen hier an der Straßenkreuzung in Wintermoor: Soltau-Harburg und Bispingen-Schneverdingen in nächster Nähe des Naturschutzparkes, doch ohne die einschränkenden Bedingungen für die Gasthäuser im Naturschutzgebiet selbst. So wurde 1905 die Gastwirtschaft mit Fremdenzimmer nach mühsamer Arbeit – denn das Land war ein einziges Sumpfloch und mußte mit Erde aufgefüllt werden – erbaut.

Pension Otto Buhr - nachkolorierte Postkarte von 1906 (recht nach hinten befindet sich die heutige Poststraße)
Pension Otto Buhr – nachkolorierte Postkarte von 1906 (recht nach hinten befindet sich die heutige Poststraße)

 

Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr Wintermoor, gelaufen 1923
Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr Wintermoor, gelaufen 1923
Gasthof Otto Buhr Wintermoor - Ansichtskarte undatiert etwa 1930er Jahre
Gasthof Otto Buhr Wintermoor – Ansichtskarte undatiert etwa 1930er Jahre

Im Laufe der Jahre bekam das Haus elektrisch Licht und konnte eine Kapazität von 45 Betten aufweisen.

Für die Großstadt und dem vornehmen Durchgangsverkehr wurde hier etwas geboten. Als Abschluß nach dem Besuch des unverfälschten Heidegebietes, als Abwechslung nach einer ermüdenden Autofahrt, unmittelbar vor Rückkehr in die Unruhe der Großstadt konnte man hier das Auto an der ESSO-Tankstelle auftanken oder selbst noch einmal genießen, was sonst nur die Großstadt zu bieten hat.

Bestimmt viele können sich noch an das nächtliche Bild der beiden Gasthäuser Buhr und Ebeling erinnern. Strahlende Lichterflut strömte über die blanke Asphaltstraße, rauschende Musik drang aus den Tanzsälen, Kabarett, Film und Unterhaltung wurden geboten. Nur die Schnuckenfelle, die in reicher Fülle zum Verkauf ausgelegt wurden, erinnerten noch daran, daß man im Herzen der Lüneburger Heide war.

Am 17. April 1945, morgens, mußte Familie Buhr durch die Kriegsumstände das Haus räumen (sie fanden ein paar Tage Unterschlupf im Wintermoorer Krankenhaus, danach waren sie einige Zeit bei Klara und Christoph Tödter). Bereits am nachmittag des gleichen Tages wurde das Hotel von einem Großfeuer, welches sich vom Hof Vorwerk bis hin zum Bahnhof ausweitete zerstört.

Eine Lagerhalle, die sich auf Buhr’s Grundstück befand, wurde zum Gasthof umgerüstet. Hinzu kam ein Kaffeegarten und dreimal die Woche Tanz am Abend im Freien. Das Haus erhielt auch gleich Toiletten mit Wasserspülung, für damalige Zeiten etwas Besonderes.

Werbung Buhrs Hotel

Um 1947 wurde dann das niedergebrannte Hotel neu errichtet, später bekam es dann noch ein weiteres Geschoß und ein anderes Dach.

Otto Buhr hatte seit den 30er Jahren die Poststelle II in Wintermoor. Bei der Postverteilung mußte er 25 km zurücklegen, am Anfang mit dem Fahrrad, später mit Moped oder Auto.

Stempel Posthilfsstelle Buhrs Hotel in Wintermoor 1961
Stempel Posthilfsstelle Buhrs Hotel in Wintermoor 1961

1960 wurde die Post an Rudolf Meyer abgegeben, der sie bis zum Ruhestand 1978 weiterführte. Danach erfolgte die Zustellung von Schneverdingen aus. In Wintermoor verblieb lediglich eine Annahmestelle, welche auch heute noch betrieben wird.

Durch die Autobahneröffnung im Herbst 1958 wurde der Verkehr auf der das Bundesstraße 3 rückläufig. Nach reiflichen Überlegungen pachtete Familie Buhr (und Oesterreich) dann die Raststätte in Brunautal sowie zwei weitere Raststätten an deutschen Autobahnen. Das Hotel wurde weitergeführt von Joachim Buhr (Bruder von Otto Buhr) bis zu dessen Ruhestand.

Der Verein Naturschutzpark pachtete 1971 Hotel für 15 Jahre von Otto Buhr.

Im Jahre 1990 verkaufte die Familie Buhr das Hotel an die Stadt Schneverdingen. Heute wird es als Unterkunft für Umsiedler (Weißrussen) genutzt.

Dieser Beitrag stammt aus der Chronik „200 Jahre Colonie Wintermoor“ von 1994; Seite 19-20.

Seit Dezember 1998, vorher stand das Haus eine Weile leer, ging es in den Privatbesitz von Familie S. über und wird seitdem als Mehrfamilienhaus für die eigene Familie genutzt.

Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor - Verlag Hugo Schubert vor 1923
Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor – Verlag Hugo Schubert vor 1923

 

Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor - Kunstverlag Kumm um 1920
Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor – Kunstverlag Kumm um 1920

 

Hotel Buhr Wintermoor - Terrasse - Ansichtskarte 19a Verlag Rud. Reher undatiert
Hotel Buhr Wintermoor – Terrasse – Ansichtskarte 19a Verlag Rud. Reher undatiert

 

Ansichtskarte Buhr Wintermoor - um 1955 - Verlag Reher 69
Ansichtskarte Buhr Wintermoor – um 1955 – Verlag Reher 69

 

Rasthaus Drei Birken in Wintermoor - Ansichtskarte Atelier H. Neuner undatiert
Rasthaus Drei Birken in Wintermoor – Ansichtskarte Atelier H. Neuner undatiert

 

Rasthaus Drei Birken Wintermoor, Ansichtskarte VNP etwa 1971
Rasthaus Drei Birken Wintermoor, Ansichtskarte VNP etwa 1971

 

Drei Birken vor 1999 II
Drei Birken vor 1999 II

 

Drei Birken vor 1999 I
Drei Birken vor 1999 I

 

Drei Birken vor 1999 III
Drei Birken vor 1999 III

 

Drei Birken 2017
Drei Birken 2017

Kleine Zusatz-Informationshappen:

Ab 1971 hieß das Hotel „Drei Birken„, weil es nicht mehr von Buhrs betrieben wurde, sondern vom VNP gepachtet war.

Am Ehrhorner Heuweg lagen zersprungene Porzellanteller mit der Beschriftung Drei Birken in der kleinen Müllgrube im Wald. Beschriftetes Porzellan gibt es auch auf dem Grundstück selber.

Im Stadtarchiv Celle gibt es eine von Hermann Löns an Pastor Wilhelm Bode gerichtete Postkarte vom 30. März 1911, die belegt, dass sich beide kannten. Marlies Schwanitz (Gemeinde-Archivarin und Vorsitzende des Heimatvereins Egestorf) wird in der Jungen Freiheit 20/10 vom 14. Mai 2010 zitiert: „Beide trafen sich mehrfach im Buhrs Hotel zu Wintermoor.“. Heidepastor Wilhelm Bode kehrte gelegentlich bei Buhr ein, so auch am Tag vor seinem Tod am 10.6.1927 (Brauns 1994: 177).

Otto Buhr betrieb nach Eröffnung der Heidebahn am Bahnhof Wintermoor auch eine Baracke, in der Reisende verpflegt wurden.

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