Buhr’s Hotel

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Das Rasthaus Drei Birken ist der spätere Name für das Gasthaus, das als Buhr’s Hotel bekannt wurde. Einige Bilder und Informationen findet man daher in diesem Beitrag: Drei Birken


Otto Buhr, gebürtig aus Tieshope und gelernter Musiker, hatte die seine Empfindung für ein gutgehendes Unternehmen hier an der Straßenkreuzung in Wintermoor: Soltau-Harburg und Bispingen-Schneverdingen in nächster Nähe des Naturschutzparkes, doch ohne die einschränkenden Bedingungen für die Gasthäuser im Naturschutzgebiet selbst. So wurde 1905 die Gastwirtschaft mit Fremdenzimmer nach mühsamer Arbeit – denn das Land war ein einziges Sumpfloch und mußte mit Erde aufgefüllt werden – erbaut.

Pension Otto Buhr - nachkolorierte Postkarte von 1906 (recht nach hinten befindet sich die heutige Poststraße)
Pension Otto Buhr – nachkolorierte Postkarte von 1906 (recht nach hinten befindet sich die heutige Poststraße)

Im Laufe der Jahre bekam das Haus elektrisch Licht und konnte eine Kapazität von 45 Betten aufweisen.

Für die Großstadt und dem vornehmen Durchgangsverkehr wurde hier etwas geboten. Als Abschluß nach dem Besuch des unverfälschten Heidegebietes, als Abwechslung nach einer ermüdenden Autofahrt, unmittelbar vor Rückkehr in die Unruhe der Großstadt konnte man hier das Auto an der ESSO-Tankstelle auftanken oder selbst noch einmal genießen, was sonst nur die Großstadt zu bieten hat.

Bestimmt viele können sich noch an das nächtliche Bild der beiden Gasthäuser Buhr und Ebeling erinnern. Strahlende Lichterflut strömte über die blanke Asphaltstraße, rauschende Musik drang aus den Tanzsälen, Kabarett, Film und Unterhaltung wurden geboten. Nur die Schnuckenfelle, die in reicher Fülle zum Verkauf ausgelegt wurden, erinnerten noch daran, daß man im Herzen der Lüneburger Heide war.

Am 17. April 1945, morgens, mußte Familie Buhr durch die Kriegsumstände das Haus räumen (sie fanden ein paar Tage Unterschlupf im Wintermoorer Krankenhaus, danach waren sie einige Zeit bei Klara und Christoph Tödter). Bereits am nachmittag des gleichen Tages wurde das Hotel von einem Großfeuer, welches sich vom Hof Vorwerk bis hin zum Bahnhof ausweitete zerstört.

Eine Lagerhalle, die sich auf Buhr’s Grundstück befand, wurde zum Gasthof umgerüstet. Hinzu kam ein Kaffeegarten und dreimal die Woche Tanz am Abend im Freien. Das Haus erhielt auch gleich Toiletten mit Wasserspülung, für damalige Zeiten etwas Besonderes.

Um 1947 wurde dann das niedergebrannte Hotel neu errichtet, später bekam es dann noch ein weiteres Geschoß und ein anderes Dach.

Otto Buhr hatte seit den 30er Jahren die Poststelle II in Wintermoor. Bei der Postverteilung mußte er 25 km zurücklegen, am Anfang mit dem Fahrrad, später mit Moped oder Auto.

1960 wurde die Post an Rudolf Meyer abgegeben, der sie bis zum Ruhestand 1978 weiterführte. Danach erfolgte die Zustellung von Schneverdingen aus. In Wintermoor verblieb lediglich eine Annahmestelle, welche auch heute noch betrieben wird.

Durch die Autobahneröffnung im Herbst 1958 wurde der Verkehr auf der das Bundesstraße 3 rückläufig. Nach reiflichen Überlegungen pachtete Familie Buhr dann die Raststätte in Brunautal. Das Hotel wurde weitergeführt von Joachim Buhr (Bruder von Otto Buhr) bis zu dessen Ruhestand.

Der Verein Naturschutzpark pachtete 1971 Hotel für 15 Jahre von Otto Buhr.

Im Jahre 1990 verkaufte die Familie Buhr das Hotel an die Stadt Schneverdingen. Heute wird es als Unterkunft für Umsiedler (Weißrussen) genutzt.

 

Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor - Verlag Hugo Schubert vor 1923
Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor – Verlag Hugo Schubert vor 1923
Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor - Kunstverlag Kumm um 1920
Ansichtskarte Gasthof Otto Buhr in Wintermoor – Kunstverlag Kumm um 1920

Dieser Beitrag stammt aus der Chronik „200 Jahre Colonie Wintermoor“ von 1994; Seite 19-20.


Im Stadtarchiv Celle gibt es eine von Hermann Löns an Pastor Wilhelm Bode gerichtete Postkarte vom 30. März 1911, die belegt, dass sich beide kannten. Marlies Schwanitz (Gemeinde-Archivarin und Vorsitzende des Heimatvereins Egestorf) wird in der Jungen Freiheit 20/10 vom 14. Mai 2010 zitiert: „Beide trafen sich mehrfach im Buhrs Hotel zu Wintermoor.“

Otto Buhr betrieb nach Eröffnung der Heidebahn am Bahnhof Wintermoor auch eine Baracke, in der Reisende verpflegt wurden.

Siehe auch: Hotel Drei Birken

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