Zweiter Weltkrieg

+++ Dieser Beitrag wird im Winter 2018 vervollständigt!  Jetzt ist es noch eine Baustelle +++

Die britischen Kampfverbände rückten von Westen über Wesseloh nach Wintermoor vor und kamen zuerst in Wintermoor-Geversdorf an. Ein zweiter Vorstoß erfolgte nahezu gleichzeitig von Süden über den Wintermoorer Kirchweg. Die Häuser hatten Reetdächer, weshalb sie sehr feuergefährdet waren. Tatsächlich brannten einige Häuser in Folge der wenigen Kampfhandlungen in Geversdorf auch ab.

Ernst-August Ahlborn erinnerte sich noch an einen jungen Panzerfahrer der Briten, der vor Meyers Gasthaus die Lindenbäume mit seinem Panzer umfahren wollte. Ein Offizier stoppte ihn, nachdem er den ersten Baum bereits gefällt hatte.

In Wintermoor a.d.Ch. gab es neben den vorrückenden Bodentruppen der Briten (gemeinsam mit kanadischen und polnischen Einheiten) auch Luftunterstützung. Der Bahnhof Wintermoor geriet unter Beschuss mit Leuchtspurmunition und brannte ab. Ebenso die Häuser an der heutigen Poststraße bis hin zum Ortsende: ein Grund war sicherlich der Panzerfausteinsatz vom alten Buhr.

Ein Übersichtsbericht vom Landkreis Soltau (Tote Ehrhorn und Wintermoor, 2.1.2.1 / 70742253, ITS Digital Archive Bad Arolsen) erwähnt 21 gefallene alliierte Soldaten, auf Seite 2 im Wortlaut:

„Die Gemeinde Wintermoor ist ein Ortsteil der Gemeinde Ehrhorn. Die vier unbekannten amerik. Flieger müssen identisch mit den Ostern 44 gefallenen vier amerik. Fliegern sein, die unter Ehrhorn gemeldet wurden. Für die unter Wintermoor gemeldeten 12 brit. Soldaten werden die Sterbeurkunden nachgereicht, ebenso die Sterbeurkunden der als unbekannte Nationalität aufgeführten 5 namentlich bekannten Personen.“

Es gibt Berichte, dass die Wehrmacht beim Rückzug an manchen Stellen im Dorf Munition abgekippt hatte oder sonstwie zurückließ. Fachleute halten das für unglaubwürdig und weisen darauf hin, dass Munition stets in Holzkisten transportiert wurde. Trotzdem hat wahrscheinlich jeder Bauer eine Ackerecke, die er lieber nicht mehr pflügt.

Munitionslager

Das Munitionslager in Kamperheide wurde von den Wachtruppen über Nacht verlassen. Die Lagerhäuser waren zu diesem Zeitpunkt gut gefüllt.

Flugplatz Posemuckel

Der Flugplatz in Reinsehlen selbst ist nie mit Bomben angegriffen worden. Im April 1945 wurden noch (relativ nutzlose) Panzergräben ausgehoben, etwa östlich vom Bahnhof Barrl und beim Barrler Kirchweg. Quelle: Werner Köster, Die Geschichte des Camp Reinsehlen, Seite 18.

Im Sommer 1944 wurden Baukolonnen von Tieffliegern angegriffen, die den  Flugplatz Reinsehlen bis an die Stadtgrenze von Schneverdingen erweitern sollten. Dabei geriet der trockene Kiefernwald beiderseits des Wintermoorer Kirchwegs in Brand. Die Flugzeughallen (heute Segelflugplatz) blieben aufgrund eines groß angelegten Feuerlöscheinsatzes jedoch von der Zerstörung verschont.

Die militärische Anlage vom Flugplatz Reinsehlen wurde mit verschiedenen Flakstellungen geschützt. Nordöstlich vom Hof Heinrich Tödter gab es eine Flugabwehrkanone und eine Scheinwerferstellung, vor dem Hof Schmidt und östlich von Gustav Tödter gab es je eine weitere Flakstellung. Bei Riebesell wurde eine Flugbeobachtung in den Kronen der Eichen installiert. Östlich der Heidebahn, beim Bahnhof Barrl, südlich des Flugplatzes (etwa 200m nordöstlich der Panzerwaschanlage) und auf dem Hügel am Beginn der Startbahn gab es weitere Flakbatterien. Hitlerjungen in Wehrmachtsuniformen bedienten die Geschütze. Quelle: Werner Köster, Die Geschichte des Camp Reinsehlen, Seite 16.

Luftbild Bahnhof Wintermoor am 23.12.1944, aufgenommen vom 140 Squadron RAF, Bild 4012, 140-1345, Crown Copyright
Luftbild Bahnhof Wintermoor am 23.12.1944, aufgenommen vom 140 Squadron RAF, Bild 4012, 140-1345, Crown Copyright

Luftkampf bei Schneverdingen

Um den 25. März 1945 wurde bei Luftkämpfen ein deutscher Düsenjäger getroffen und stürzte zwischen Insel und Wintermoor-Geversdorf in eine Weide beim Aueweg. Der Pilot lag tot in einem Kornfeld. Quelle: Werner Köster, Die Geschichte des Camp Reinsehlen, Seite 11.

Zuvor schoss er jedoch noch einen alliierten Bomber ab, der auf die Schneverdinger Schuhfabrik stürzte und dort einen Großbrand auslöste.  Die Geschichte, dass ein deutsches Jagdflugzeug mit Düsenantrieb in das Pietzmoor abstürzte, läßt sich jedoch nicht bestätigen.

Umfangreiches Material zum Luftkampf folgt!

Heimbuch

Nordöstlich von Heimbuch gab es Kämpfe zwischen Panzern und Flugzeugen. Ein deutscher Panzer wurde dort getroffen, Augenzeugen berichten auch von zahlreichen Flugzeugtrümmern in diesem Bereich, die noch 1946 dort in der Landschaft lagen. Quelle: Bericht von Christa Grabbert, Seite 14.

Heber

Das britische 8. Panzeraufklärungs – Regiment sollte Soltau umfahren und einen Zugang zur Reichsstraße 3 suchen. Von dort aus sollte weiter nach Norden vorgegangen werden.  Am 17. April 1945 gegen 14 Uhr erreichten die ersten Panzer von Hemsen kommend Heber.

Einen Bericht zu den Kriegshandlungen in Heber hat Erich Bosselmann im Februar 1992  verfasst. Er ist online zu lesen unter: www.heber-nett.de/Archiv/ART004/index.html

Welle

Der Vormarsch der Briten ging dann von Wintermoor weiter nach Norden, über die Kreisgrenze hinweg nach Welle. Dort plante die Wehrmacht eine Verteidigungslinie direkt vor dem Ort: Der angelegte Panzergraben ist noch heute sichtbar, er befindet sich im 90°-Winkel zur B3, direkt vor dem Friedhof (auf Höhe Sportplatz). Es kam jedoch nicht zu Kämpfen an dieser Linie.

Nach dem Krieg

Die allierten Streitkräfte verboten in den ersten Tagen nach der Befreiung jede Straßenbenutzung. Aus diesem Grund musste das Ausweichkrankenhaus in Ehrhorn einen Notfriedhof im Wald anlegen, weil die verstorbenen Patienten (meistens Hamburger Bombenopfer) nicht zu unserem Friedhof gebracht werden konnten. Nach dem Krieg war die Umbettung der Toten geplant.

Miscellaneous

Starfighter und andere Flugzeuge sind in Wintermoor auch später nicht abgestürzt, jedoch wohl im Wittenmoor. Google hilft bei der Suche 😉

Print Friendly, PDF & Email
Endet bald die Vertragslaufzeit bei DSL? Vergleichen Sie hier: es lohnt eventuell und der Klick hilft bei den Archivkosten. Danke!
EWE - DSL, Festnetz und Mobilfunk